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Montag, 5. Januar 2009

Salida

Ich entschuldige mich für den leicht verspäteten Abschluss meiner Costa Rica Saga, aber nun ist auch die letzte Woche in diesem Paradies aus meiner Sicht nachlesbar. Nach meiner Ankunft in Frankfurt am 26.12. hatte ich erstmal das Bedürfnis Weihnachten und Silvester sowie meinen Wiedereinzug zu zelebrieren anstatt zu bloggen. Viel Spaß beim Lesen und danke für eure Geduld mit meinen hektisch entstandenen Rechtschreibfehlern!
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Mit schwerem Herzen hab ich mich von Yami und Wade am Bus in San Isidro verabschiedet und bin wieder durch das Gebirge Richtung San Jose gefahren, wo ich das Weihnachtsfest auf costaricanisch erleben sollte. Als ich ankam, wurde mir von Miguel allerdings mitgeteilt, dass seine Frau im Krankenhaus ist und Weihnachten wahrscheinlich flach fällt. Nun ja, nichtsdestotrotz habe ich mich nochmal in den Moloch von San Jose begeben, um ein paar schon lang vorgenommene Fotos von den Graffitis und Streetart zu schießen, sowie ein paar kleine Geschenke für meine Familie nach der Ankunft auszusuchen. Letzteres war im überfüllten Panikschlusseinkauf in der Innenstadt der reinste Horror. Zum Ausgleich gab es dennoch ein bisschen schöne Straßenkunst, wenn man etwas neugierig und aufmerksam durch die Straßen schlich. Jedenfalls habe ich mich sehr schnell wieder aus der City verdrückt nachdem ich noch fix bei der Bank das nötige Geld für meine Unkosten abgehoben hatte, denn ich musste noch alles zu Hause in Coronado zusammenpacken und Daten sowie Fotos sichern etc. pp...

Als ich wieder am Haus ankam, war zu meiner großen Überraschung auch Annabelle mehr oder weniger fit wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Aber so richtig klar wurde erstmal nicht, ob Weihnachten nun gefeiert wird oder nicht. Sie wollten vorher noch zu ihrer ebenso angeschlagenen Mutter schauen. So blieb ich dann etwas geknickt allein im Haus zurück und packte erstmal, bis ich gegen 21 Uhr endlich den erlösenden Anruf von Miguel bekam. Ja, die Familie feiere jetzt doch bei einem schönen Essen in Annabelles Mutters Haus und ich würde bald abgeholt. Juhu! Als ich etwas später dort ankam, waren auch bereits alle Brüder, Freunde Tanten und Onkels eingetroffen und es gab neben einem ganzen Truthahn allerhand Salate und andere leckere Sachen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen, sonst könnte ich euch die nette Runde und die schönen Bilder im Haus zeigen. Denn Annabelles Bruder ist einer der berühmtesten Künstler in Costa Rica und er kommt im Sommer nach Frankfurt mit einer Ausstellung. Ich bin gespannt!

Nach drei Stunden Schlaf sprang ich dann fix aus dem Bett. Schnell geduscht und rasiert, damit ich im Flugzeug nicht schimmele und von der Familie herzlich verabschiedet und los ging es zum Flughafen mit Miguel. Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertag waren die Straßen in San Jose wie ausgestorben, was im starken Kontrast zum sonstigen Verkehr stand. Auf der Fahrt unterhielt ich mich mit Miguel über das wohl schwierige kommende Jahre 2009 und wie sie mit der Krise auch persönlich umgehen wollten. Es lag eine ungewisse Traurigkeit in der Luft, einerseits durch meinen Abschied, andererseits durch die immer noch immensen Aufgaben beim Umweltschutz. Als ich ihn dann zum Abschied umarmte, wusste ich, dass ich zurückkehren würde, wenn die Umstände es ermöglichen. Auf Wiedersehen Costa Rica!

Playa

Da sich mein Aufenthalt hier in Costa Rica leider dem Ende nähert, bin ich schon wieder langsam auf dem Rückweg vom Süden Richtung San Jose, wo am 25.12. am Morgen mein Flieger Richtung kahler Kühlschrank Deutschland startet. Deshalb habe ich heute wieder in den Bus gequetscht und bin wieder zu Wades' Farm zurückgefahren, denn dort wartet noch ein kleines Versprechen auf mich, was ich nur allzu gern einlösen wollte. Strandtag - yeah! Ich gehöre ja zur Sorte der Schattenparker und verbringe eher ungern einen ganzen Tag faul am Strand, aber mit der ganzen frechen Familie und ein paar Freunden aus dem Dorf sollte der Tag alles andere als langweilig werden. Also alle in den Vierrad-Toyota gequetscht und über die Berge Richtung Pazifik gedüst. Auf dem Weg dorthin hatten wir ein super Sicht auf die Gebirgskette, die bis knapp an die 4000m heranreicht. Bei einem kleinen Zwischenstopp, kam auch ein knuffiger Waschbär aus dem Gebüsch heran, dem unsere Bananen anscheinend sehr gut geschmeckt haben. Als wir schließlich am Strand ankamen waren wir glücklicherweise die einzigsten Besucher, da Wade natürlich einen der weniger touristischen Orte kannte. Also raus aus den Klamotten und rein ins salzige Wasser! Zusammen mit dem Schweizer Freiwilligen David bin ich dann in die Wellen eingetaucht und anschließend haben wir uns noch nach dem Frisbee gehechtet. Wade war derweil fleißig am Kokosnüsse sammeln und etwas Ahnung und geschickten Krafteinsatz konnte man das kostbare Fruchtfleisch letztendlich zu Tage bringen - soooo lecker! Dazu gab es noch Melone und zum Mittag mitgebrachtes Hühnchen. Schon praktisch, wenn man mit zwei großen Autos zum Strand fährt. Zu entdecken gab es auch unzählige Krabben an den sporadischen Felsen, die mit ihren Scheren nach ihrer Nahrung schnappten. Ein sehr schönes (leider totes) Exemplar ist hier im Foto zu sehen. Damit wir nicht träge und schlapp werden, gab es dann auch noch ein abgewandeltes Volleyballspiel Männer gegen Frauen, wobei es aber eher um den Spaß, als um stereotype Kraftmeierei ging. Mit Sonnenschutzfaktor 60 auf der Haut, war nach einer Stunde witziger Ballwechsel immer noch nix verbrannt bei mir und wir wechselten in den Fussballmodus, was aufgrund der riesigen Pfütze im Spielfeld ein feuchter Spaß war. Dann wurde es auch langsam Zeit für das Finale eines jeden Strandbesuchs - dem Sonnenuntergang. Neben dem dunkelroten Feuerball mischten sich auch einige Abschiedsgefühle in den glühenden Himmel, denn Weihnachten stand vor der Tür und somit auch mein baldiger Abschied aus diesem kleinen Paradies und den freundlichen Menschen.

Corcovado & Bolita - Segundo Dia

Die Nacht wurde ziemlich früh unterbrochen und zwar durch ein paar Gruppen lautstarker Brüllaffen, die sich die Morgennachrichten durchgaben. Aber mit dem leuchtenden Aufgehen der Sonne verwandelte sich der eben noch ruhige Wald in ein zwittscherndes pulsierendes Lebewesen, welches sich die Tageskleider anzieht. Denn richtig schlafen tut der Regenwald Nachts beileibe nicht. Angefangen von den Kolibris bis über Libellen oder Aras - sie alle beginnen mit ihrer Futtersuche und fliegen im erhellenden Morgengrauen umher. Nach dem wir auch unser Futter in Form von Rüherei und Kaffee zu uns genommen hatten, machten wir uns auf unsere große Tour durch den Wald. Zuerst wollten wir zwei Wasserfälle besuchen und auf dem Weg dorthin konnten wir auch einige wunderschöne Tukane (im Bild ein Feuerschnabelarassari) oder Spechte sehen. Wo die Sonne nicht durch das dichte Blätterdach fiel, konnte man entspannt beschattet sich seinen Weg bahnen, aber wehe, die Sonne brach durch. Ich schwitze dann immer ziemlich schnell, aber immerhin besser als zu erfrieren, wie im kalten Deutschland. Da wir das Grundstück noch nicht ganz verlassen hatten, konnten wir nach einer guten Stunde auch eine kleine Rast an einem Aussichtspunkt machen und auf einer Bank etwas unseren Wasserhaushalt ausgleichen. Dann ging es wieder bergab, vorbei an riesigen Bäumen, die schon mehrere Menschengenerationen überlebt haben dürften. Leider nimmt deren Zahl aufgrund des Raubbaus weltweit immer weiter ab. Wir konnten uns jedoch glücklich schätzen noch die unberührte Natur zu erleben. Und wie geplant erreichten wir unsere zwei Wasserfälle kurze Zeit später. Ihr wisst ja was das heißt - Badespaß! Nach der kurzen Erfrischung folgte dann entlang des Rio Tigre eine wunderschöne Wanderung am und im Fluß, denn oft waren die Steilwände nicht einfach zu erklimmen, so dass uns nix anderes übrig blieb, als durch den Fluß zu spazieren. Mit Gummistiefeln und Rucksack auf dem Kopf war dies aber kein Problem. Als es dann auch noch von oben anfing zu regnen, waren wir entgültig nass. Aber bei 25 Grad lässt sich das problemlos aushalten ;) Entlang das Flusses trafen wir dann immer wieder Goldsucher, die sich durch das Sediment des Flusses schürften. Laut deren Informationen findet man immer noch genug Gold, um recht gut davon zu leben. Allerdings ist die Große Goldgräberstimmung in Dos Brazos längst vorbei, so dass wir nur alte Herren getroffen haben - sogar zwei aus Österreich! Einer ist mit uns und seinem Hund dann auch das letzte Stück abwärts marschiert und dabei hatten wir auch eine Begegnung mit einer Wasserschlange. Gut 2m lang in schwarz mit feinen weißen Streifen, aber glücklicherweise ungiftig. Wir stiegen ziemlich nass aus dem Fluss und gingen wieder vor Sonnenuntergang zurück zu unserer Hütte, um endlich zu duschen und etwas zu essen. Nach Sonnenuntergang hieß es dann wieder entspannt in der Hängematte baumeln und Micha hat mich dann auch noch in die Welt des Pokerns eingeführt - wo ich ihn erstmal mit ein paar guten Blättern den Schneid abgekauft habe. Es gibt nix besseres als ein unberechenbarer Anfänger bei solchen Spielen zu sein ;) Letztendlich habe ich dann doch ein paar Colones verloren, weil ich am Ende den Einsatz und das Risiko steigerte und prompt nur noch schlechte Karten erhielt. Süchtig werde ich aber 100% nicht davon. Christian (der mit dem Indiana Jones-Hut) hat dann mit seiner guten Kamera auch noch etwas mit Licht und Belichtungszeit experimentiert. Und als die Kerze zuende gebrannt war, hieß es dann auch für mich "Gute Nacht"!

Corcovado & Bolita - Primero Dia

So schnell können sich die Pläne ändern. Statt in den Süden von Osa hat es mich nun an den Ost des Nationalparks verschlagen. Zusammen mit meinen Zimmergefährten Mischa (aus der Schweiz) und Chloé sowie Christian (aus den Staaten) bin ich heute morgen nach Dos Brazos gefahren, einer ehemaligen Goldgräberstadt. Der Vorteil war einerseits, dass ich nicht gar so früh aufstehen musste und andererseits ich noch unverhofft nette Gesellschaft auf Reisen bekommen habe, was einiges auch einfacher macht. So haben wir vor der Sammeltaxifahrt noch schnell im Supermarkt unsere Selbstverpflegungssachen gemeinsam eingekauft. Denn in Dos Brazos hat Ron (ein Kanadier) ein wunderbares Grundstück mit einem kleinen Haus direkt an der Grenze zum Nationalpark, wo wir die nächsten Nächte verbringen wollten. Nach einem kurzen Abstecher in Rons' Haus im Dörfchen ging es dann bis ans Ende der Straße und noch weiter, bis unser erstes kleines Hinderniss, der Rio Tigre, zu durchwaten war. Zum Glück war der Aufstieg zum Haus durch die bereits angelegten Pfade weniger beschwerlich als gedacht und war kamen schließlich gut durchgeschwitzt mit unserem Gepäck an.Nachdem wir alles abgelegt hatten, wollten wir fix noch einen Erkundungstrip durch den Wald angehen, bevor die Sonne in ein paar Stunden bereits wieder untergeht. Also folgten wir einfach einen der Pfade in Richtung, wo es einen Wasserfall zu sehen geben sollte. Der Weg führte uns wortwörtlich über Stock und Stein, da es immer wieder galt umgestürzte Bäume und Erdrutsche zu passieren. Dabei sollte man allerdings lieber nicht nach unten schauen, denn die Abhänge gingen gefährlich steil ca. hundert Meter nach unten. Wenig später hörte ich etwas gekreische aus den Baumwipfeln und tatsächlich bewegten sich hoch oben ein paar Klammeraffen, die wir allerdings aufgrund der schwierigen Lichtferhältnisse nur schwer fotografieren konnten. Dann ging es weiter bergab dem Rauschen der Quelle entgegen. Während wir schließlich quellaufwärts über die Steine kletterten, sahen wir auch einige wunderschöne Amphibien und Wasserbewohner wie den Shrimps. Allerdings waren allesamt verdammt fix. Schließlich erreichten wir den erhofften Wasserfall. Er war zwar nicht gigantisch, dafür aber sehr schön unberührt und erfrischend. Im Gegensatz zum warmen Meer tut solch eine kühle Süßwasserdusche im schwitzigen Dschungel sehr gut. Da unserer Abenteuersinn noch nicht erschöpft war, erkletterten wir danach noch den Wasserfall und folgten der Quelle oberhalb weiter. Jetzt mussten wir auch zum Fortkommen auch immer öfters die Machete schwingen, die Christian glücklicherweise mit einstecken hatte. Nachdem uns die stechenden und brennenden Pflanzen allerdings mit fortschreitender Zeit immer mehr nervten, ging es dann schließlich langsam wieder Richtung Hütte, wo wir unsere knurrenden Mägen mit fix gekochter Pasta besänftigten.Nachdem wenig später die Sonne unterging, versuchte Christian noch ein Feuer für ein gemütliches Abendgelage zu entzünden. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt ist das im REGENwald ein etwas schwierige Aufgabe, da alles Holz sehr feucht ist. Zu seinem Unglück fing es dann auch noch genau in dem Moment an zu tropfen, als er grade die ersten Holzspähne entzündet hatte. Es war ein mutiger Kampf und während ich mit Micha in der Hängematte schon etwas Cerveza trank, klappte es letztendlich doch noch mit dem Feuer. Zu unserer aller Freude hatten wir auch noch ein paar Würstchen mit, die sogleich am Spieß ins Feuer gehalten wurden. Unter dem Moskitonetz ging es dann wenig später ins Land der Träume, schließlich wollten wir morgen früh zeitig starten.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Esta Semana

Hui. So schnell vergeht die Woche, wenn man viel zu tun hat und durch die Gegend reist. Mit Hermann vor Ort kommt auch noch die Arbeit von Pro REGENWALD zusätzlich hierher und ich muss seine Deadlines retten. So habe ich jetzt gelernt, wie schwierig es manchmal sein kann Sachen fehlerfrei und kompatibel in die Druckerei zu schicken. Die Zeitverschiebung macht das Ganze auch nicht besser.Nebenbei lerne ich auch immer besser die einheimische Esskultur kennen und da gerade Weihnachtszeit ist, gibt es hier die typischen Tamales, welche in verschiedensten Variationen serviert werden. Gemeinsam ist jedoch allen, dass sie in Bananenblättern gekocht werden. Was in Zeiten ohne Kühlschränken der Konservierung diente, schmeckt heute auch noch gut. Vor allem die abwechslungsreichen Zutaten von Kapern bis Rosinen tragen zu dem rustikal-fruchtigen Geschmack bei. Annabelle hat sie auch gleich in rauen Mengen zubereitet, weshalb ich noch eine Weile davon schlemmen kann. Bevorzugt mit etwas selbstgemachter Chilisauce von Miguel.

Netterweise kommt auch ohne ein direktes Leben im Regenwald die Natur zu einem. Im Garten des Hauses konnte ich letztens einen Glasfrosch beobachten, der seinen Namen seiner oftmals fast durchsichtigen Bauchseite verdankt. Es war sehr putzig wie der Kleine mit seinen Klebefingern die Bäume erklomm und sich mit seinen ellenlangen Beinen von Blatt zu Blatt katapultierte. Nach seiner Fotosession haben wir ihn aber wieder an einen feuchten schattigen Ort gebracht, denn das direkte Sonnenlicht ist für die Grünhäuter eine austrocknende Gefahr.

Gestern waren wir noch an der Pazifikküste bei Milo auf seiner Finca zu Besuch, um uns zum ungeliebten Thema SIEPAC zu koordinieren. Auf der Terrasse hatten wir dann starken Kaffee und frischen Bananenkuchen von seiner lieben Frau. Neben der Diskussion zeigte er uns noch seine Ländereien, die er nach Art des biodiversen Analogwaldes gestaltet. Es wachsen also unterschiedlichste einheimische Arten neben diversen Nutzpflanzen wie aromatischer Vanillie bis Patchouli, diesem bekannten "Gruftie"-Duft. Milo stellt aus seinen vielen Pflanzen intensiv duftende Öle her, die er auch weiterverkauft. Danach ging es wieder fünf Stunden durch das Gebirge Richtung Heimat, wo wir in der Nacht wieder ankamen. Morgen fliegt Hermann wieder zurück nach München und ich denke langsam auch an Rückreise und Weihnachten / Silvester. Ich freue mich schon. Hasta navidad!

Freitag, 5. Dezember 2008

Frío? O no?

Jetzt ist es schon Dezember und so langsam beginnt auch in Costa Rica die Vorweihnachtszeit. Der glueckliche Nebeneffekt hier ist, dass mir vorerst kalte Wintertage und Studienklausuren erspart bleiben. Leider komme ich nicht ganz um die nervigen Nebenerscheinungen von Weihnachten herum. Dazu gehoeren vor allem die haesslichen Lichterketten und blinkenden Weihnachtsengel von neonpink bis knallbunt. Allerdings gibt es auch ein paar geschmackvollere Vorteile - im wahrsten Sinne des Wortes - den ich konnte diese Woche schon Marzipanstollen aus Deutschland essen. Ausserdem gibt es hier auch die leckeren daenischen Butterkekse in den Aluboxen. Um meine kulinarischen Erinnerungen am Leben zu erhalten, hatte Hermann aus Muenchen am Mittwoch noch leckeren Stinkekaese und Roggenbrot mitgebracht. Was die Ticos hier beim besten Willen nicht hinbekommen. Zusammen sind wir jetzt gleich nochmal produktiver und wenn Wade heute abend mit den zu reparierenden PCs ankommt, duerfte sich das Haus in ein kleines Rechenzentrum verwandeln. Auch wenn der Migue schon gedroht hat, den von ihm ungeliebten Mist wieder rauszuschmeissen. Aber warten wir mal ab. Bleibt gesund und entspannt, ¡adiós amigos!

Sonntag, 30. November 2008

La Noche

Es ist mal wieder Zeit fuer ein paar Erlebnisse aus Costa Rica. Die Woche ueber war ich gut mit Arbeiten zur Dokumentation und mit Kartenmaterial beschaeftigt, weshalb ich keine grossen Unternehmungen gemacht hatte. Gestern abend war dann aber zum Wochenende wieder etwas Entspannung angesagt, den es ging in das Nachtleben von San Jose.
Zusammen mit Migue ging es von Coronado zuerst nach El Pueblo, einer Barsiedlung innerhalb eines ehemaligen spanischen Dorfes. Erst dachte ich, dies waere nur so ein nachgebautes Touridoerfchen, allerdings versicherte mir Migue, dass diese schoene weisse Siedlung schon etwas laenger hier steht. In den unzaehligen Bars und Fressstaenden sind wir allerdings erstmal nicht gelandet, weil die Musik drinnen zum Unterhalten doch etwas zu laut war. Stattdessen haben wir uns erstmal an eine Taccobar ausserhalb gesetzt und unser Bier dort getrunken. Ich habe mich hier an Imperial gewoehnt, weil es eher herber schmeckt und durchaus trinkbar ist, im Gegensatz zum eher sueffigen Pilsen. Nur bisschen fusselig sind die Biere schon, was man leicht am naechsten morgen nach ein paar Kleinen merken kann. Im selben Barviertel haben wir schliesslich noch Natalia und Stefania getroffen und sind in einer ziemlich gemuetlichen Kneipe mit Kerzenlicht und alten Holz gelandet. Allerdings ist es ziemlich anstrengend dem schnellen Wortfluss bei Hintergrundgespraechen und Musik zu folgen. Aber ich versuchte mein Bestes.
Danach ging es zum eigentlichen Ziel dieser Nacht. Barcode. Eine ziemlich schicker Club mit weissen Waenden und Saeulen um die Tanzflaeche und schwarzen Ledermoebeln an den Tischen und der Bar. Dort hatte Beto, ein Freund von Migue, eine EBMDarkElectroWave-Party organisiert. Dementsprechend sahen die Besucher auch aus wie in der Batcave-Winterkollektion. Viel SCHWARZ und weiss und selten mal etwas Farbe. Allerdings waren die Outfits dafuer umso fantasievoller gewaehlt. Vom Typ mit Gasmaske und Lederstiefeln bis hin zu geisterhaften Damen mit Echsenkontaktlinsen war alles geboten was die Vorstellung an Nachtgestalten so hergibt. Sehr nett. Ebenso die Freunde von Miguel. Nur die Musik war, sagen wir mal nix fuer filigranere Elektronikaohren. Eher Presslufthammer mit viel 80er Anleihen und verzerrten Stimmen obendrauf. Nachdem ich mir allerdings ein paar Ohrstoepsel gegen die enorme Laustaerke hineingestopft hatte, sind wir dann zusammen trotzdem zum Haupthaarschuetteln auf die Tanzflaeche, was sehr spassig und mit der Zeit auch schweisstreibend war. Als besonderes Schmackerl gab es auch eine Body-Suspension im Programm. Wer schon einmal in Tattoomagazinen geblaettert hat, kennt vielleicht den Anblick von an Piercinghaken aufgehaengten Leuten. Das blonde Maedel baumelte dann auch ziemlich entrueckt ueber der Buehne, waehrend die Musik weiter bollerte. Ich war dabei ziemlich ueberrascht wie lange sie dort oben rumhing, aber Beto sagte mir, dass geuebte Personen teilweise eine Stunde so in der Luft haengen koennen.
Anschliessend draengten die Maedels noch dazu in eine andere Bar zum Tanzen zu gehen. Allerdings war ich bei der Ankunft dort ziemlich skeptisch als aus dem Eingang Salsa und Reggeaton-Klaenge in die warme Nachtluft drangen. Dies sind in Costa Rica die populaeren Taenze, aber mich schrecken die schmalzigen Texte oder das lateinamerikanische Aequivalent zu Gangstarap eher ab. Nichtsdestotrotz ging es hinein und der blinkende Weihnachtsbaum und das eher aeltere Publikum konnten meine reservierte Stimmung nicht wirklich aufheitern. Jedenfalls trauten sich Migue und die beiden Maedels noch zu tanzen, waehrend ich zu ihrem Unverstaendnis mich nicht beteiligen wollte. Ist schon komisch, wie man immer wieder zu "seinem Glueck" ueberredet werde soll. Schliesslich ging es dann per rotem Taxi wieder nach Hause, was hier gluecklicherweise ziemlich preiswert ist. Alles in allem eine sehr abwechslungsreiche Nacht. Bis demnaechst!

Montag, 17. November 2008

San Jose

Nachdem ich die letzten Tage ziemlich viel an Foto- dokumentation oder Kartenmaterial gearbeitet habe, hatte ich mich heute fuer die Besichtigung der Landskultur entschieden. Dazu ging es am Morgen von den umliegenden Bergen in die Hauptstadt San Jose, wo ich zuerst das Jademuseum besichtigte. Dort erfaehrt man viele Dinge ueber die traditionelle Lebensweise der ehemaligen Ureinwohner des heutigen Costa Rica und deren alltaegliche Gegenstaende, die aus Ausgrabungsstaetten wieder ans Tageslicht gebracht wurden. Auf den Gegenstaenden aus Stein, Knochen, Jade oder Gold findet man vor allem Tierabbildungen (wie Jaguar, Krokodil, Affe), diverse Ziermuster oder Menschengesichter. Insbesondere die gruenblaeulich glaenzenden Jadeketten oder goldenen Ohrringe dienten dabei den Schamanen oder Haeuptlingen als rituelle Utensilien oder Machtinsignien in den einzelnen Staemmen. Oft wurden diese als Grabbeigaben mit auf den Weg in das Reich der Ahnen mitgegeben. Gluecklicherweise haben diese sie noch nicht abhohlt und somit koennen wir sie wieder bewundern.
Anschliessend traf ich mit Migue um etwas die Stadt zu erkunden, was allerdings durch die Anwesenheit des chinesischen Praesidenten Hu Jintao ziemlich erschwert wurde, da ueberall Strassensperren aufgestellt waren und hunderte Polizisten die Innenstadt abriegelten. Den fussballverrueckten Costaricanern will er ein supertolles Stadion bauen und im Gegenzug will man natuerlich Costa Ricas reiche Rohstoffvorkommen, zB. Gas oder Aluminium, ausbeuten. Ein ziemlich schlechter Handel. Zu sehen gab es den Praesidenten zwar nur im Fernsehen, aber dafuer konnte man die unzaehligen Sicherheitskraefte vor dem Nationaltheater beim gelangweilten Warten beobachten. Zum Mittag gab es dann ein lecker karibisches Gericht mit Kokosreich und Fisch in exotischer Sosse und dazu ein paar Kochbananen - sehr zu empfehlen! Danach ging es mit Migue noch kurz zu seiner Universitaet, wo er Produktdesign studiert, wo ich einige seiner Mitstudenten kennenlernte und mich anschliessend per Bus wieder auf dem Heimweg machte.

Und weil ich gerade wieder eine leckere Mango esse, hier die passende musikalische Untermalung von Bpitch Sascha Funke im supi Remix:

Donnerstag, 13. November 2008

Finca Pasiflora

Es gibt wieder Neuigkeiten aus Mittelamerika! Nach meinem Aufenthalt im Korridor ging es gen Sueden Richtung Wades Finca. Auf der langen Reise entlang der Pazifikkueste gab es dabei auch die unschoenen Landschaften Costa Ricas zu sehen. Zuerst fuhren wir an Jaco vorbei, wo sich US-Amerikaner im grossen Stil Grundstuecke gekauft haben und nun Hochhaushotels die Landschaft verschandeln. Aber so funktioniert teilweise die Beherrbergung der besten Devisenbringer. Entlang des Weges erblickten wir wenig spaeter die unendlich erscheinenden Oelpalmplantagen. Kilometerweit nur diese eine Pflanze zur Gewinnung des billigen Oels, was spaeter in Margarine oder in "Biosprit" landet. Dies ist deshalb so frustrierend, da fuer derartige Plantagen weltweit Millionen von Hektar urspruenglichen Regenwalds gerodet und abgebrannt werden. Inmitten dieser Palmalleen erlitt unser Truck dann auch seine zweite Reifenpanne in kurzer Zeit. Also wieder brav aussteigen und den Wagenheber rauskramen....Die Autobahnen in Costa Rica sind auch eher ein Flickenteppich und nicht selten wurde aus einer asphaltierten Strasse eine loechrige Schotterpiste fuer ueber 50km. Am Abend hatten wir nach lang(sam)er Fahrt endlich die Finca Pasiflora erreicht. Wade betreibt diese nach seinem Vater als vielfaeltige Bio-Farm weiter. Ueber die Haelfte der Farm besteht dabei aus wieder aufgeforstetem Wald, waehrend die restlichen Teile des Lands fuer den Anbau verschiedenster Nutzpflanzen verwendet werden. Darunter sind viele verschiedene Sorten Bananen, Ananas, Pfeffer, Chili, Schokolade (im Bild) etc. - alles seeeehr lecker! Der Strom wird uebrigens durch einen Wasserkraftgenerator selbst erzeugt und ich durfte mal wieder die Schaufel beim Entschlacken des Staubeckens schwingen. Ansonsten habe ich mich vor allem durch die unzaehligen dort gelagerten Computerteile gewuehlt und daraus wieder funktionierde Arbeitsrechner fuer die Organisation zusammengepuzzelt, die allerdings noch mit Software bestueckt werden muessen. Auf der Farm werden auch konfiszierte Papageien wieder aufgepaeppelt und spaeter ausgewildert, so dass ich auch einmal die Chance hatte etwas naeher als bisher an die praechtigen Voegel heranzukommen. Meist fliegen sie naemlich viel zu hoch und schnell fuer meine mickrige Digicam. Nach diesem Aufenthalt ging es dann gestern wieder Richtung Coronado zu Miguel, um mit andere Aufgaben voran zukommen. Auf dem Weg hierher hatte mein Bus allerdings eine Hydraulikexplosion zu verkraften und ich war gezwungen den naechstbesten vorbeifahrenden Bus Richtung San Jose zu entern. Schliesslich hatte ich dann Miguel am Telefon und er konnte mich doch noch abholen. Nach Sonnenuntergang (gegen 18 Uhr) sollte man sich in San Jose naemlich besser nicht allein in gewisse Gegenden wagen und lieber auf die billigen Taxis setzten. Auf dem Weg nach Hause konnten wir am Strassenrand noch eine kleine Verfolgungsjagd, vermutlich zwischen Drogendealern, verfolgen. Die leider auch in Costa Rica steigende Kriminalitaet ist auch der Grund dafuer, warum viele Leute hinter Stacheldraht und vergitterten Fenstern leben. Das Haus von Miguel steht uebrigens auch in einer bewachten Siedlung mit Tor und hier ist es dementsprechend ruhig. Allerdings bin ich ziemlich umsichtig und passe staendig z.B. auf meinen Rucksack beim Reisen auf. Bis bald!

Mittwoch, 5. November 2008

El Corridor

So endlich mal wieder im Internet, um euch auf dem Laufenden zu halten. In den letzten Tagen war ich am eigentlichen Einsatzgebiet meiner Reise im oekologischen Korridor neben dem Carara Nationalpark im Sueden Costa Ricas. Dort versucht Arbofilia vom Hochland bis hinunter zur Kueste einen geschuetzten Lebensraum fuer Pflanzen und Tiere zu erschaffen. Meine erste Station am Donnerstag war schliesslich in El Sur. Dort steht eine grosse Station mitten im Regenwald, was in diesem Fall zuersteinmal eine abenteuerliche Anreise mit sich brachte. Nach ein paar Metern abseits der Hauptstrasse beginnt naemlich eine gut geschuettelte Offroadtour, die sich ueber eine Stunde hinzieht. Bei den loechrigen Schlammpisten auch kein Wunder. Aber mit Wades Vierrad-Toyota (im Bild vor der Station) kommt man auch durch kleine Baeche.

Bei Giovanni und Familie in El Sur gibt es dann die Mahlzeiten, die seine Frau Noemi immer mit Liebe zubereitet. Im laendlichen Costa Rica herrschen noch eher die traditionelle Rollenbilder vor, weshalb auch die Kinderbetreuung meist auf die Frauen zufaellt, waehrend die Maenner tagsueber schuften. Und schuften heisst hier wirklich hart arbeiten, was die Blasen an meinen Haenden auch belegen. Die habe ich mir uebrigens beim Freischaufeln einer Schlammpiste zugezogen, die kurz vor der Station durch einen Erdrutsch verschuettet wurde. Eines der groessten Probleme vor Ort ist die starke Erosion, die durch die Abholzung des Waldes fuer Weideflaechen entsteht. Durch den starken taeglichen Regen ziehen sich aber bald rote Erdnarben durch die gruenen Huegellandschaften.
Mit Wade, dem Korridorkoordinator, ging es am Sonntag noerdlich in die Berge nach Potenciana, wo wir bei Don Carlos und der uebrigen Grossfamilie auf dem
Hof uebernachtet haben. Tagsueber ging es hoch in die Berge *schnauf*, um alte umgefallene Baeume mit der Motorsaege zurecht zuschneiden. Dabei muss man sich zuerst den Weg mit der Machete freischlagen und auch noch auf Schlangen aufpassen. Nachdem die Balken zurechtgesaegt sind, folgt der glitschige Abtransport durchs Unterholz zum Pfad, wo es spaeter die Pferde abholen sollen. Das Holz soll dann auch fuer den Ausbau der Staelle fuer die Pferde verwendet werden, die in diesem unzugaenglichen Gelaende dringend benoetigt werden.
Nebenher bin ich natuerlich die ganze Zeit fleissig am Fotos schiessen und was soll ich sagen - es ist einfach atemberaubend schoen, wie sich die Natur hier im Wald ueber Jahrmillionen entwickelt hat. Von kleinsten Insekten bis hin zu grossen Echsen gibt es alles zu sehen, wenn man sich vorsichtig durch die teils gigantischen Baeume bewegt. Von schrillbunten Blumen am Boden bis zu Papgeien oder Tucas in der Luft herrscht eine gewaltige Artenvielfalt, die selbst den erfahrenen Waldkenner Wade immer wieder aufs Neue ueberrascht. In diesem Sinne lass ich mich weiterhin jeden Tag ueberraschen und hoffentlich kommen wir mit der Organisation in den naechsten Wochen noch weiter voran.

¡buenas tardes!

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Coronado

Mittlerweile bin ich den 5. Tag hier in Coronado im Haus von Miguel und Familie, quasi dem Herzen von Arbofilia. Im Gegensatz zu den restlichen Haeusern in der Gegend gibt es keinen spiessigen englischen Garten sondern lauter aufregende tropische Pflanzen auf dem Grundstueck. Fast wie im richtigen Regenwald. In einigen Jahren wird es hoffentlich noch mehr danach aussehen. Zusammen mit den Sotos habe ich jedenfalls schon verschieden Baeume im Garten gepflanzt. Sozusagen ein kleiner Vorgeschmack auf die Station im Korridor am Carara Nationalpark, wo Arbofilia versucht den urspruenglichen Regenwald bestmoeglichst durch Aufforstung wiederherzustellen.

Migue (der Sohn) hat mich am Samstag in der Hauptstadt San Jose bereits abgeholt und mir gleich erklaert, wie die Ticos hier so ticken. Er ist nicht gerade ein Liebhaber von Staedten und deren Einwohnern, insbesondere nicht von den Ticas. Eher von Kettensaegen und Macheten. Sein Geld verdient er meist damit, alte umgefallene Baeume im Wald zu finden und deren wertvolles Holz stundenlang wieder hinaus zu schleppen. Nicht gerade ein klimatisierter Buerojob. Fuer sein Produktdesignstudium hat er gestern fuenfzehn Proben von verschiedene Holzsorten mit mir zurechtgesaegt und einige Hoelzer sind nicht nur wunderschoen goldgelb bis purpur, wenn sie poliert sind, sondern duften auch verdammt aromatisch. Das im Haus verarbeitete Holz hat er ebenfalls besorgt und es wird auch noch fleissig daran gebaut.

Langsam hab ich mich auch an das fruehe Aufstehen ab 6 gewoehnt. Zum Fruehstueck gibt es dann die Grundnahrung der Ticos "gallo pinto", was eine Mischung aus Reis und Bohnen sowie meist Ei ist. Diese drei Zutaten verfolgen einen dann auch bei den anderen Mahlzeiten. Es sind naemlich die Grundnahrungsmittel, wie bei uns Brot oder Kartoffeln. Das heisst nicht, dass es nicht auch andere leckere Sachen gibt. Suesse Kochbananen oder exotische Fruechte gibt es ebenso, wie gebackenen Fisch oder Huehnchen. Zum Trinken gibt es das Nationalgetraenk Kaffee frisch aufgebrueht, allerdings deutlich besser schmeckend als in Deutschland.
Die Tage ueber war ich mit Miguel mit Reparaturen an einem alten Toyota Landcruiser (im Bild) beschaeftigt. Dieselfilter neu einbauen, Abdeckplane vermessen, Innenverkleidung anbringen, Batteriewechsel etc. Damit das gute Stueck dann lange im feuchten Regenwald ueberlebt wird auch noch alles schoen mit Silikon versiegelt. Man saut sich jedenfalls ganz schoen ein bei der Arbeit. Ausserdem bin ich ganz schoen am rotieren, um die Kommunikation mit ProRegenwald zu verbessern. Das ist leider oft etwas anstrengend, da nicht alles sofort funktioniert oder nicht dort ist wo es sein sollte etc. Auf jeden Fall geht es morgen dann erstmal in den Dschungel oder besser gesagt auf die Station am Carara Nationalpark. Der Koordinator des Sektors Wade wird mich dann am Krokodilfluss bei Tarcoles einsammeln und anschliessend kommt wahrscheinlich ein leicht holpriger Offroadweg auf Schlammpisten. Geplant ist vor Ort dann Dokumentationsarbeit und Fotografieren der Biodiversitaet. Da dort wahrscheinlich kein (schneller) Internetzugang sein wird, werde ich mich wohl erst spaeter mit Berichten und Fotos melden.

¡hasta luego!

Samstag, 25. Oktober 2008

Hostel Pura Vida

Die erste Bleibe auf meiner Reise war das Hostel Pura Vida, welches nicht weit vom Flughafen im Norden der Stadt Alajuela liegt. Waehrend der Kontaktaufnahme stellte sich auch noch heraus, dass der Besitzer Stefan aus Duesseldorf stammt und im Haus durch die Aufnahme von Backpackern und anderen Costa Rica Reisenden seinen Unterhalt verdient. Durch die billigen Lebenshaltungskosten, laesst sich davon einigermassen leben.

Gerade ist es aufgrund der Regenzeit etwas ruhiger im Hostel, da Reisen durch den ab 14 Uhr regelmaessig einsetzenden Regen nicht viel Sinn macht. Alle Anwesenden waren jedoch sehr locker und wir saszen abends bei Lasagne und Bier draussen und haben ueber Aarons Frauenproblematik geredet, waehrend er unsere weiteren Unterhaltungen mit Akkorden dramaturgisch unterlegte.
(Aaron mit Laptop)

Mit dem Hausmeisternachbarn Rafae habe ich dann noch versucht mein Spanisch zu verbessern. Leider versteh ich mehr, als dass ich selber sprechen kann. Es dauert halt ewig, bis mir die richtigen Worte einfallen. Allerdings habe ich ja noch 2 Monate Zeit zu ueben.
Mit Athena und ihrer kleinen Tochter habe ich dann noch das Bee-Movie gesehen und Baltazar hat mich etwas in der Stadt rumgefuehrt und mir das Bussystem erklaert. Ist alles ziemlich unuebersichtlich und chaotisch organisiert. Aber wenn ein ehemaliger costaricanischer Praesident Busunternehmer ist, wundert einen auch nicht mehr, dass alle Bahnstrecken abgeschafft wurden.

Das Haus an sich war mit genug Duschen und Mehrbett bis Einzelzimmern gut ausgestattet. Ich hatte sogar ein Fuenferzimmer fuer mich allein. Dummerweise fing vor dem Fenster um 5 Uhr immer der Hahn an zu kraehen. Und das eine ganze Stunde lang. Da hatte ich wirklich Hunger auf Grillhaehnchen... Der Tag vergeht hier auch viel schneller als in Deutschland, denn um 5 geht schon die Sonne unter. Das heisst somit meist frueh (fuer mich Langschlaefer) aufstehen, damit man einiges machen kann, bevor der Regen am Mittag einsetzt.